Unsere Pfarrkirche

Neugotik prägt die Pfarrkirche St. Maximin Niederbrechen
In Niederbrechen gab es schon sehr früh ein Gotteshaus. Erwähnt wurde der fränkische Hof Brechen 772 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch.
Da die Siedlung einem Kloster gehörte, ist auch davon auszugehen, dass sich bereits zur damaligen Zeit christliches Gedankengut im Hof Brechen durchgesetzt hatte und vielleicht auch schon eine Kapelle hier zu finden war.
Gewöhnlich wurden zur Herrschaftssicherung Burg und Kirche zusammen errichtet und eine Burg ist bereits für 1023 nachgewiesen.
Der erste nachweisbare Pfarrer findet sich 1330 und eine Kirche wird in einem Dokument von 1377 als selbstverständliche und bereits etablierte Orientierungshilfe im Dorf erwähnt. 1631 zerstörte ein von den Schweden gelegter Brand Gemeinde und Gotteshaus. Der Wiederaufbau folgte von 1640-1650, war aber sehr mangelhaft und so wurde 1724-1737 eine neue Kirche gebaut. Auch sie bekam als Kirchenpatron den Heiligen Maximin.

Der Hl. Maximin ist einer der weniger bekannten Patrone in unserer Region.
Trier Kreuz und Bär des Heiligen Maximin, das Wappen von Niederbrechen
Im Bistum Trier, zu dem unser Gebiet allerdings über fast 800 Jahre gehörte, findet man viele Kirchen, die seinen Namen tragen. Maximin ist lateinisch und bedeutet "der überaus Große".
In Silly (Frankreich) geboren, wurde er 330 Bischof in der ältesten deutschen Stadt, in Trier, damals neben Rom und Byzanz eine der Hauptstädte des ganzen römischen Imperiums. Da Brechen bereits ab dem 11. Jh. im Besitz der Abtei St. Maximin in Trier war, lag dieses Patronzinium sehr nahe. Auch im Wappen der Gemeinde Brechen ist dieser historische Bezug bis zum heutigen Tag noch gegenwärtig.
Das Wappentier des Heiligen, der Bär, soll einer Sage zufolge sein Lasttier gerissen haben und der unerschrockene Bischof habe dann kurzerhand sein Gepäck dem Bären aufgeladen.
Tatsächlich stritt Maximin als Bischof in Kirchenversammlungen unbeugsam und unerschrocken gegen die Arianer, eine Irrlehre seiner Zeit. Sein Gedenktag ist der 29. Mai.
Auch das rote Kreuz in unserem Wappen ist noch heute das Wappen des Bistums Trier. Es befindet sich im Hauptschiff unserer Kirche und findet sich in den Länderwappen von Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in vielen Kreis- und Gemeindewappen im Westerwald und an der Mosel.

Die Kirche von 1737 war für das aufstrebende Dorf, das über die Stadtmauern hinaus gewachsen war viel zu klein geworden. Der Erbauer der jetzigen Kirche, Pfarrer Jakob Herlth, war von 1884 bis 1914 Pfarrer in Niederbrechen. Er konnte in der Kulturkampfzeit trotz des verwaisten Pfarrhauses nicht zum Pfarrer von Niederbrechen ernannt werden, weil der preussisch-deutsche Staat damals gegen die katholische Kirche unrechtmäßig vorging.
Nach Beendigung dieses Konfliktes und seiner Amtseinführung, ging Pfarrer Herlth den Neubau sofort an. Neben der eigenen Spende seines ausstehenden Gehaltes der Kulturkampfjahre, rief er die Gemeinde zu weiteren Spenden auf.
Architekt Röder aus Frankfurt entwarf die Pläne und so konnte bereits am Maximinustag 1899 der Grundstein für die neue Kirche gelegt werden, die mit ihrem Chor auch über die ehemalige Stadtmauer hinausragt. Die Bauern leisteten unentgeldlich die Fuhrdienste, die heimischen Handwerker unzählige unbezahlte Arbeitsstunden. Trotz der schwierigen Arbeiten und der hohen Gewölbe gab es keine Unfälle.
Bereits am Maximinustag 1901, nach nur zwei Jahren Bauzeit konnte der "Dom zum Goldenen Grund" konsekriert werden.

Die Madonna im Goldenen Grund im Seitenaltar


Dem neugotischen Bau passen sich auch die drei Altäre (Hochaltar von 1906, Muttergottesaltar von 1909, Josefsaltar von 1922) im Innern an.

1902 wurde die Orgel von der Firma Klais eingebaut.

Den neuen Turm bekam die Kirche aber erst 1952. Zwar hätte der ursprünglich geplante schlanke und hohe Turm besser zum Stil der Kirche gepasst, politische Dissonanzen zwischen dem Kreis als Genehmigungsbehörde und der Zivilgemeinde als Eigentümerin des Turmes verhinderten aber damals einen einheitlichen Neubau des gesamten Kirchengebäudes. Im jetzigen Turm steckt aber noch der Wehrturm der alten Kirche.

Im Innern der Kirche ist als besonderer Kunstschatz noch die Madonna im Goldenen Grund hervorzuheben. Die Skulptur aus der Spätgotik (ca. 1450) steht im Mittelpunkt des Marienaltares und trägt eine Inschrift, in der auf den großen Brand von 1631 hingewiesen wird. Die Madonna wurde damals aus den Flammen wundersam gerettet.

Im Kirchturm rufen folgende
Christkönigs-, Marien-, Maximinus-, Georgs-, Josefsglocke in St. Maximin Niederbrechen
Glocken zu den Gottesdiensten, verkünden, dass jemand verstorben ist, läuten zwei Mal täglich das Angelus und samstags den Sonntag ein und schlagen die Uhrzeit:

  • die Christkönigsglocke,
  • die Marienglocke,
  • die Maximinusglocke,
  • die Georgsglocke,
  • und die Josefsglocke.
Das Kirchweihfest, die berühmte Brecher Kirmes, wird immer am 2. Sonntag im Oktober gefeiert.



2001 wurde die Orgel erneuert und die Altäre wurden in den Jahren 2003/04 restauriert.

Schau Dir doch unsere schöne Kirche einmal ganz genau und in Ruhe an. Es gibt Vieles zu entdecken.

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